|
"Wellesweiler. Am Samstagnachmittag, 22. Oktober, wurden die Einsatzkräfte der Löschbezirke Wellesweiler und Hangard der Feuerwehr Neunkirchen, sowie mehrerer DRK Ortsvereine mit einem ungewöhnlich realitätsnahen Übungsszenario konfrontiert. Um 16:30 alarmierte die
Kreisalarmzentrale Neunkirchen die Feuerwehr Wellesweiler zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen auf dem als Rombachaufstieg bekannten Abschnitt der Landesstraße L287. Das durch die beiden Feuerwehrmänner Bernd Hermann und Christian Jochem ausgearbeitete Szenario ging von einem misslungenen Überholmanöver auf der unfallträchtigen Strecke aus.
Ein Auto landete dem missglückten Manöver kopfüber im Straßengraben, ein mit Gefahrgut beladener Kleinbus lag auf der anderen Straßenseite ebenfalls im Graben. Insgesamt drei Personen waren in den Autos eingeschlossen, eine weitere Verletzte lag auf der Straße. Um möglichst realitätsnah üben zu können wurde neben beschädigten alten Autos auch auf die als Unfallopfer geschminkten Mitglieder einer saarländischen Mimentruppe zurückgegriffen.
So glaubten viele Einsatzkräfte nach der Ankunft an der Unfallstelle noch an einen realen Unfall. Beschädigte Autos lagen neben der Straße, Trümmerteile auf der Fahrbahn, Fahrzeuge von Ersthelfern und Unfallzeugen standen ungeordnet auf der Fahrbahn und selbige rannten teilweise hysterisch schreiend auf die Feuerwehrangehörigen und DRK-Helfer zu, dazu kamen die gellenden Schreie der Verletzten.
Alles so wie bei einem den dutzenden Verkehrsunfällen zu denen die Neunkircher Feuerwehr jedes Jahr ausrückt. Während die Feuerwehr Wellesweiler mit ihren 30 Feuerwehrmännern und -frauen von ihren vier Einsatzfahrzeugen aus die Rettungsarbeiten vorbereiteten, übernahmen die DRK Ortsvereine Wustweiler, Illingen, Bexbach und Frankenholz/ Höchen mit ihren Rettungswagen die Versorgung der verletzten Personen. Im Verlauf der Übung wurde noch der Löschbezirk Hangard hinzugezogen, denn um aus den beiden Unfallfahrzeugen möglichst schnell die Verletzten befreien zu können wird mehr Material benötigt.
Für jedes der beiden verunfallten Autos muss eine hydraulische Schere und ein Spreizgerät bereitgestellt werden. Ein solcher Rüstsatz lagert auf dem als Rüstwagen bezeichneten Sonderfahrzeug der Feuerwehr Wellesweiler. Ein zweiter Satz kommt mit dem Tanklöschfahrzeug der Hangarder Feuerwehr an den Rombachaufstieg. Bevor die Eingeklemmten aus ihrer Zwangslage befreit werden können, werden sie durch das Rote Kreuz medizinisch versorgt. Nach der Stabilisierung erfolgt dann die Befreiung aus dem Unfallwrack durch die Feuerwehr. Dabei werden Scheiben zertrümmert und Türen aus den Autos geschnitten. Hand in Hand arbeiten dabei die beiden Rettungsorganisationen zusammen und betten die Verletzten behutsam auf die Tragen der Rettungswagen.
Nach gerade einmal einer Stunde sind alle Eingeschlossenen befreit, alle Verletzten versorgt und alle Gefahren beseitigt. Denn neben der Rettung von Eingeschlossenen stellt die Feuerwehr beispielsweise Feuerlöscher bereit um Entstehungsbrände in den Unfallfahrzeugen direkt bekämpfen zu können und Leuchtet die Einsatzstelle in der heraufziehenden Dämmerung aus. Zudem musste bei der Übung auch noch das in kleinen Postpaketen verpackte Gefahrgut aus dem Kleinbus geborgen und sicher deponiert werden.
Nach Abschluss der Übung bedankten sich Neunkirchens Wehrführer Franz-Jsef Kuhn und der Wellesweiler Löschbezirksführer Ralf Kaleikowitsch bei allen Beteiligten für ihr Engagement. Besonders gelobt wurden die beiden Planer der Übung für die große realitätsnähe der Übung. Bei der ganzen Übung waren keine Fehler zu entdecken und die Rettungsarbeiten liefen ruhig und sehr geordnet ab. Der Rombachaufstieg war wegen der Übung für etwa zwei Stunden auf dem Abschnitt zwischen der Bexbacher Straße in Wiebelskirchen und der Wellesweiler Straße in Wellesweiler für den Verkehr gesperrt.
Text: Christopher Benkert
Fotos: Benkert (6), H.C.Klein (1)
|