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Mit der Wärme kommt das Wasser
Überflutete Keller im Landkreis – Feuerwehr: Der Ernstfall ist noch nicht eingetreten
Schneeschmelze und Regen haben seit Donnerstag für erste Überflutungen im Landkreis gesorgt. Die Lage sei jedoch beherrschbar, heißt es aus dem speziell eingerichteten Kreislagezentrum, wo sich die Hilfsorganisationen koordinieren.
Von Ute Klockner und
Carolin Grell (SZ)
Neunkirchen/Ottweiler. Das Wasser der Blies steigt und noch immer fällt am Freitag Regen. Um 12 Uhr verzeichnete das Hochwassermeldeamt einen Pegelstand von 382 Zentimetern in Neunkirchen. In Ottweiler brachte es der Fluss immerhin auf 243 Zentimeter. Noch am Donnerstagmorgen lagen die Pegel bei unter 100 beziehungsweise unter 50 Zentimetern. Am Freitagabend stagnierte der Pegel leicht.

Die Feuerwehren im Kreis sind permanent im Einsatz, pumpen Keller aus und sichern überschwemmte Landstraßen. Allein in der Stadt Neunkirchen rückte die Wehr am Freitag zu rund 25 Einsätzen aus. Besonders betroffen seien Teile der Neunkircher Innenstadt, sagt Kreisbrandinspekteur Werner Thom. So ist auch ins Finanzamt in der Wilhelmstraße Wasser eingelaufen. „Wegen der Stromverteilungsanlage im Keller schien die Lage zunächst gefährlicher zu sein. Das hat sich aber nicht bestätigt“, sagte der Brandmeister der Feuerwehr Neunkirchen, Ralf Müller, der mit 15 Mann vor Ort war. Wegen des hohen Pegels der Blies war das Abwasser des Hauses zurück in den Keller gedrückt worden. „Um das zu verhindern, wurde nach dem Jahrhunderthochwasser 1993 allgemein empfohlen, eine Rückschlagklappe einzubauen “, erklärt Müller. Dies sei im Finanzamt nicht geschehen. Zwar seien dort Pumpen eingebaut, die mit den Wassermengen jedoch nicht fertig geworden seien.
Auch in den Gemeinden Eppelborn und Schiffweiler sind in der Nacht zum Freitag mehrere Keller überflutet worden, meldet Thom. Zudem sei in Eppelborn-Dirmingen bis Freitagmorgen die L 112 zeitweise wegen Hochwasser gesperrt gewesen. Keine Gefahr drohte bislang in Illingen, Merchweiler und Spiesen-Elversberg.
Um alle Hilfseinsätze zu koordinieren, hat der Kreis das Kreislagezentrum im Landratsamt Ottweiler eingerichtet.
„Momentan mussten wir noch keine Fachberater aller Hilfsorganisationen verständigen“, informiert Thom. Für den Ernstfall seien Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und die DLRG „schnell voll funktionstüchtig“.

Zahlreiche Schaulustige und Anwohner haben sich am Freitag am Rückhaltebecken in Ottweiler selbst ein Bild gemacht. „Noch ist das hier eine ganz normale Überschwemmung. Die Tendenz im Oberflächenwasser ist leicht fallend und im Becken sind noch zwei Meter Luft“, fasste Michael Krämer von der Wasserversorgung Ostsaar (WVO) die Hochwasserlage zusammen. Im Arbeitsraum ließ er das Bedienpult sowie den Monitor mit den Pegelständen im Bereich St. Wendel kaum aus den Augen. „Was allerdings noch an Schmelzwasser und Regen kommt, muss man sehen. Prognosen abzugeben ist schwierig.“ Zwischendurch ging sein Blick immer wieder auf das 850 000 Kubikmeter Wasser fassende Rückhaltebecken und den Durchlauf, der gestern auf 51 Kubikmeter Wasser pro Sekunde begrenzt war. „Somit halten wir den Pegel Saarbrücker Straße bei 2,40 Meter.“ Dort beobachtete auch Bernd Busch an seinem Computer die Pegelstände. Das Wasser der Blies hatte sich bereits in der Nacht den Weg in seinen Keller gesucht. „Wir hoffen nur, dass das Wasser nicht weiter steigt. Die Stützmauer hat noch gut einen Meer Luft, dann würde allerdings der Garten und somit auch das Erdgeschoss geflutet werden“, erklärte Busch.
Quelle: Saarbrücker Zeitung Lokalteil Neunkirchen vom 08.01.2011
Fotos: H.C.Klein
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