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Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Klein im Interview mit SZ-Mitarbeiterin Carolin Grell

Kreisfeuerwehrjugendwart Markus Klein will Mitglieder für die Feuerwehr gewinnen

"Im Team ist man stark"

Ottweiler. Markus Klein, Jahrgang 1967, wohnt seit 1993 in Ottweiler und ist bereits seit dem 14.

Lebensjahr bei der freiwilligen Feuerwehr (damals in Illingen) aktiv. Vor vier Jahren wurde er zum

Kreisfeuerwehrjugendwart ernannt, nun wurde Klein im Frühjahr auch zum stellvertretenden

Landesfeuerwehrjugendwart gewählt. SZ-Mitarbeiterin Carolin Grell sprach mit Markus Klein über die Arbeit in den Jugendwehren, über seine Ziele und Wünsche für die Zukunft.

Markus Klein kümmert sich auf Kreisebene um die Jugendarbeit bei der Feuerwehr.

 

Wie gut sind die Jugendwehren im Kreis aufgestellt?

Klein: Insgesamt engagieren sich 446 Jungen und Mädchen zwischen acht und 16 Jahren in 33

Jugendwehren im Kreis Neunkirchen. Es gibt stärkere und schwächere Gruppen, Ottweiler ist mit 35

Jungen und Mädchen wohl eine der stärksten. Hier stoßen wir personell schon an die Grenze des

Möglichen.

Auf alle Fälle hat uns die Senkung des Eintrittsalters von zehn auf acht Jahren eine Vielzahl an Kindern

gebracht. Und je früher wir diese ansprechen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie der

Feuerwehr treu bleiben.

Warum sollten sich Kinder in der Feuerwehr engagieren?

Klein: Bei uns lernen die Jugendlichen soziales Engagement, denn was sie im Rahmen der Feuerwehr tun,

machen sie nicht für sich, sondern für andere. Zudem lernen sie, dass die meisten Dinge nur im Team

möglich sind. Sie erfahren, wie stark man ist, wenn man zusammenarbeitet.

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Welche Projekte planen Sie in Zukunft, um noch mehr Jugend zu gewinnen?

Klein: Zum einen sind da die beiden Zeltlager auf Kreis- und Landesebene, die den Jungen und Mädchen

ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln sollen. Inspiriert vom bundesweiten Projekt "I", das DRK

und Jugendfeuerwehr gemeinsam gestartet haben, wollen wir ganz gezielt Kinder aus Familien mit

Migrationshintergrund ansprechen.

Doch nicht wie in anderen Bundesländern werden wir in die Familien gehen, sondern über die Schule, in

diesem Fall die Gesamtschule Neunkirchen, den Kontakt suchen, sowohl mit den Kindern, als auch mit

den Eltern. Landrat Rudolf Hinsberger, aber auch der Schulleiter Arno Heinz haben diese Initiative zur

Gewinnung der Jugendlichen sehr begrüßt. Und wir wollen nicht zum einen über den demographischen

Wandel jammern und auf der anderen Seite die Jugendlichen anderer Kulturen von unserer Arbeit

ausschließen.

Wenn Sie einen Wunsch im Bezug auf die Jugendwehr frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Klein: Zum einen würde ich mir wünschen, dass noch viel mehr Mädchen sich bei den Jugendwehren

engagieren. Ich habe gerade die Feuerwehrfrauen als sehr kompetente Partner erlebt und finde, es sollten

viel mehr Frauen bei der Feuerwehr aktiv werden.

Ein großer Wunsch wäre auch, dass die Arbeit bei den Aktiven viel enger verzahnt wird mit der

Jugendwehr. Hier ist der Übergang oft schwierig. Wir schaffen es zwar, fast alle aus der Jugendwehr mit

16 Jahren zu den Aktiven zu übernehmen, aber etliche fühlen sich nicht wohl im Kreis der Aktiven und verlassen schließlich die Feuerwehr. Das sollte nicht passieren.

Zur Person

Markus Klein wurde 1967 geboren und kam durch seinen Vater im Alter von 13 Jahren zur Feuerwehr in

Illingen. Dort ist er hängengeblieben, weil er sich sehr fr die Arbeit bei der Feuerwehr interessierte, aber

auch, weil er dort viele Kameraden fand. Der Liebe wegen zog Klein 1993 nach Ottweiler und wechselte

so in den Löschbezirk Ottweiler Zentral. Neben seiner eigenen Tätigkeit als Oberlöschmeister engagiert er

sich besonders im Jugendbereich, ist stellvertretender Jugendleiter in seiner Heimatwehr, seit vier Jahren

Kreisfeuerwehrjugendwart und nun auch zum stellvertretenden Landesfeuerwehrjugendwart gewählt

worden. Mit zahlreichen Projekten will er die Jugendarbeit bei den Wehren in Kreis und Land weiter

voranbringen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 18.04.2009